Do

22

Okt

2009

Erfolgreicher Vorstellabend im Maritim

Ein Bericht von Hans-Peter Specht (www.jeck-op-koelsch.de)

Bruce Kapusta / (c) H.P. Specht

Die erste Hälfte der Kölner Vorstellabende ist geschafft und wir gehen in die 2. Hälfte. Und dies wurde eröffnet vom Klub Kölner Karnevalisten unter der Leitung vom neuen Baas Robert Greven der auch in gekonnt lockerer Art und Weise den Abend moderierte. Und Robert Greven hatte viel zu moderieren denn insgesamt 20 Programmpunkte galt es zu bewerkstelligen.


Musikalischer Auftakt vor dem großen Opening waren die Swinging Fanfares bevor dann der Vorhang sich öffnete und Bruce Kapusta auf einem silbernen Mond von der Decke hinabschwebte und Konfetti warf. Gut, routiniert brachte der singende Clown sein Programm (selbst Verdammp lang her“ von BAP was eigentlich nix mit Karneval zu tun hat, wurde mitgesungen) und das Fachkundige Publikum war von Anfang an in guter Stimmung und schunkelte direkt mit.

Dellbröcker Boore / (c) H.P. Specht

Die Hl. Knäächte un Mägde, die Schlebuscher und das Tanzcorps Sr. Tollität Luftflotte waren die angetretenen Tanzcorps. Jedes auf seine Art einzigartig und auf hohen Niveau, hier und da vielleicht noch ein paar kleine Schwächen aber trotzdem hochwertig. 

 

Den Vogel aber haben in diesem Jahr die Dellbröcker Boore abgeschossen. Was macht man wenn man vermeintlich nicht weiß was man als neues Tanz bringen soll? Ganz einfach man persifliert die Tänze der anderen Traditionskorps. Ob Rude- oder Blaue- Funken, Prinzengarde und wie sie alle heißen, die Boore bringen diese so gekonnt das man meinen könnte die Tradtionskorps hätten nur das verkehrte Kostüm an und würden selber auf der Bühne stehen. Natürlich brachten sie auch ihren Tanz mit Marie Dieter Theisen fehlte nicht und so brachten die Dellbröcker den 10 ½ Tanz. So sollte der Karneval sein, lustig sich und andere auf die Schippe zu nehmen ohne verletzend zu sein. Dafür gab es zurecht stehende Ovationen.

Die Erdnuss / (c) H.P. Specht

Fred van Halen und sein Vogel Aki waren an diesem Abend nicht so stark wie in den letzten Jahren. Scheinbar werden auch die Witze knapper, den einen hörten wir bereits in der letzten Woche vom Kommissar beim Krk und bei den Muuze würden den Witz nochmals hören. 

 

Dagegen viel stärker Klaus und Willi. Willi ist auch in diesem Jahr wieder rotzfrech und wer gut ist der kann sogar das Thema Tod in seiner Rede noch sehr gut verarbeiten, das können sie halt. Auch die Zugezogene Achnes Kasulke ist in diesem Jahr stark genauso die Erdnuss (Stefan van den Eertwegh), er hat wohl in den letzten Jahren den stärksten Schub nach vorne gemacht. Auch wenn die Type etwas an Fred Bolz in Gestik erinnert das Thema Düsseldorf ist auch vor ihm als Redner nicht sicher. Herrlich auch seine Verwandlungskünste wenn es um das Thema Steuerfahndung im Zoo geht.

Ulli Teichmann / (c) H.P. Specht

Bei Martin Schopps, der ja den Beinamen „Die Rednerschule“ trägt sollte überlegen ob er diesen so langsam mal ablegen sollte. Den braucht er eigentlich nicht mehr, den was er im 2 Teil seiner brachte hatte nichts mit alledem zu tun. Aber es war großartig, es gab zurecht Standing Ovations, auch wenn der Anfang der Rede in der Type des „Ali Menth“ etwas zu lang und fast schon grenzwertig war. Fazit: schwach angefangen und stark geendet. 

 

Durchgehend stark dagegen war Uli Teichmann, der nach seinen Ausstieg bei den Kalauern, wieder solo unterwegs ist. Und das ist auch gut so, denn was er da „kalauert“ ist grandios. Seine Geschichte um den Badewannenkapitän und den Leuchtturm, das ist Karneval wie man in sich wieder wünscht und Uli hat dort seinen festen Platz wieder zurück.

 

Röbedeuker / (c) H.P. Specht

Zweitweise daneben lagen wohl die Beckendorfer Knallköpp, mit ihren zweideutigen und zeitweise unter der Gürtellinie liegenden Witze kamen sich nicht bei jedem an.
Trompeten im Doppelpack gab es nach der Pause als die jungen Trompeter die 2 Abteilung eröffneten. Sie brauchen eigentlich auch keine Bühne sondern man spielt sich durch den Saal und hat direkt den Kontakt zum Publikum. 


Die Rheinländer, die sich ja mit dem Gitarristen „Schrader“ verstärkt haben wirken dadurch viel rockiger der neue Titel der Rheinländer klingt für mich allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Ansonsten sehr solide und gewohnt gut und zurecht Anwärter auf das Kleeblatt. Dicht auf den Fersen sind ihnen die Cöllner. Wenn man den Weg der Cöllner verfolgt hat, kann man nur den Hut vor der Leistung der drei ziehen. Der neue Mann Frank Faust ist eine echte Verstärkung musikalisch wie gesanglich. Leider kam der Titel „10 Meter geh’n“ nicht ganz so an wie man es sich gewünscht hätte, aber die Nummer zieht auf jeder Party. 

 

Etwas Pech mit der Saalanlage hatten die Röbedeuker die sich zum ersten Mal beim KKK vorstellten. Die Nummer von Achim Reichel „Aloha he“ haben die „Rübenteufel“, was Röbedeuker übersetzt heißt, umgetextet und rudern dann mit dem ganzen Publikum, schön wenn sich auch die Frackträger dazu bewegen. Optisch fallen sie auf jeden Fall mit ihren bunten Kostümen auf. Und das sie das musikalische beherrschen bewiesen sie alleine dadurch das sie schon seit 20 Jahren als Jahresband „Soundconvoy“ unterwegs sind.

Wanderer / (c) H.P. Specht

Eine optische Veränderung gab es bei den Wanderer. Henning Schwarzhaupt hat sich für dieses Jahr aus der Kapelle verabschiedet und macht eine gesundheitliche Auszeit zum abnehmen. Da der neue Mann nicht ganz das Format vom „Rögglechen“ hat, wirkt auch das Heimweh nach Köln auf die Melodie Von Highway to Hell von ihm nicht. Man kennt es halt von Henning wenn er seine Mähne schüttelt, das hat was und ist authentisch. Trotzdem gab es für die gesanglichen Künste einen riesen Applaus und mit was? Mit Recht!

Die 3 Colonias / (c) H.P. Specht

Auch in ihrem 33. Jahr sind die 3 Colonias eine feste Größe im Karneval. Kölsch, Paraodie und Klamauk das sein die Stärken der Mannen um Gründer Dieter Steudter. In diesem Jahr fahren sie mit dem Publikum mit der Dampf, Dampf, Dampfeisenbahn. Aber auch Frank als Willibert Pauels oder mit Willi Wilden zusammen als Colonia Duett. Herrlicher Blödsinn hoch 3 der Naturbekloppten und das ist ein Kompliment.

Die Rabaue hatten als Schlussnummer ihren Spass als sie mit Surfbrett bewaffnet, in Hawaiihemden und kurzen Hosen auf die Bühne kamen und Titel der 60er und 70er Jahr spielten. Das sie weitaus mehr als Karneval können haben sie damit einmal mehr bewiesen. 

 

Leider etwas verloren wirkte dagegen die Fauth Dance Company die lediglich rechts und links am Bühnenrand standen. Die Lösung war vielleicht etwas unglücklich.

 

 

Alles in allem ein Abend mit vielen Highlights und einigen kleinen Ausrutschern nach unten.

Quelle: Jeck op Koelsch (Redaktion & Bilder: H.P. Specht)